Im Zusammenhang mit meiner Rente beschäftigt mich die Kleiderfrage. Ich arbeite in einem Umfeld, in dem es auf gepflegte Business-Kleidung ankommt, zumindest an den Tagen, an denen ich vor Ort bin. Da wir aber auch die Möglichkeit des mobilen Arbeitens haben und ich verhältnismäßig weit weg von meinem Arbeitsort wohne, nutze ich das gern. Bleiben also nur ca. 50 % der Arbeitszeit vor Ort. Natürlich habe ich einen sehr reichhaltig ausgestatteten Kleiderschrank – mir macht Kleidung kaufen und tragen (und auch selber nähen und stricken oder häkeln) sehr viel Spaß. Allerdings gehörte ich noch nie zu den Menschen, die sich jährlich neu einkleideten, sondern ich trage meine Kleidung auch über mehrere Jahre hinweg. Das ist möglich, weil ich zumeist hochwertige Kleidung kaufe (nicht teuer, das ist etwas anderes, ich lege Wert auf Qualität der Materialien und der Verarbeitung) und eben auch weil ich viel habe und somit die einzelnen Stücke seltener eingesetzt werden.
Aber schön langsam muss ich mich an den Gedanken gewöhnen, dass ich in meiner Ruhestandsphase deutlich weniger geschäftsmäßige Kleidung benötigen werde.
Bereits jetzt werde ich also versuchen, mich bei Neukäufen daran zu orientieren, dass ich nicht mehr für die nächsten zehn Jahre planen muss. Ein grober Überschlag ergab übrigens, dass ich noch ca. 800 Tage vor Ort sein werde. Zugrunde legend, dass ein Kleidungsstück mindestens 30 mal getragen werden sollte, um sich von ökologisch und ökonomisch bedenklicher Fast Fashion zu lösen, würde ich rein rechnerisch nur noch lediglich 27 verschiedene Teile jeder „Gattung“ wie Oberteil, Hose bzw. Rock etc. benötigen. Ein kritischer Blick in meinen Kleiderschrank ergibt: das habe ich bei den Oberteilen auf jeden Fall bereits im Schrank hängen.
